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Die Straßenbahn Bochum-Gelsenkirchen ist ein gemeinsames Netz der heutigen kreisfreien Städte Bochum und Gelsenkirchen. Dieses Straßenbahnnetz, betrieben von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG (kurz: BOGESTRA), existiert heute nur noch mit wenigen Linien. Neben der Straßenbahn verkehrt auch eine Stadtbahnlinie zwischen herne und Bochum-Querenburg.

Geschichte Bearbeiten

Die Firma Siemens & Halske plante, die Städte Bochum, Gelsenkirchen, Wattenscheid, Buer, Schalke und Herne mit einer Straßenbahn zu verbinden. Anders als andere Städte, die mit einer Pferde- oder Natrondampfbahn anfingen, wurde dort direkt die Elektrifizierung eingesetzt. 1894 wurden somit drei Straßenbahnlinien eröffnet. Zwei Jahre später gründen Siemens & Halske von Berlin aus die BOGESTRA, die den Straßenbahnverkehr in diesem Bereich übernehmen soll. Nach dieser Gründung wurden sechs weitere Linien eröffnet und während der Jahrhundertwende baute man ein stetig größer werdendes Netz aus. Es wurden auch die heutigen Strecken nach Witten und Hattingen gebaut. 1907 trennte sich die BOGESTRA vom langjährigen Partner und Gründer Siemens & Halske, weil dieser Desinteresse an einzelne Linien zeigte und sich deshalb nicht bemühte. 1908 wurde die Essener Elektrizitätsgesellschaft RWE neuer Partner der BOGESTRA, wodurch man für die nächsten zwanzig Jahre einen gemeinsamen Betrieb mit der Essener Straßenbahn sowie einen Sitz in Essen hatte. 1908 und 1909 gab es neben der BOGESTRA noch vier weitere Betriebe, denen allerdings nur einzelne Straßenbahnstrecken gehörten:

  • Kommunale Straßenbahn-Gesellschaft Landkreis Gelsenkirchen
  • Kleinbahn Bochum-Gerthe-Harpen
  • Bochum-Castroper Straßenbahn
  • Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft (zu der auch die Essener Straßenbahn gehörte)

Nichtsdestotrotz hinderte dies die BOGESTRA nicht daran, ihr Netz erneut zu erweitern, bis es im ersten Weltkrieg zu einem Ausbaustillstand kam. Am 3. April 1928 wurde an der heutigen Universitätsstraße der größte BOGESTRA-Betriebshof eröffnet, den es zu dieser Zeit gab. Dieser wurde gleichzeitig auch neuer Sitz der BOGESTRA, die davor knapp 20 Jahre ihren Sitz in Essen hatte. 1931 übernahm die BOGESTRA die insolvent gewordene Westfälische Straßenbahn zu Teilen, sechs Jahre später komplett, nachdem das Konkursverfahren der Westfälischen Straßenbahn vollständig beendet wurde. 1932 wurde Linien der Hattinger Kreisbahn übernommen da deren Linien nach Eingemeindung auf Bochumer Stadtgebiet lagen. Kaum ein Jahr später wurden dann alle Linien der Hattinger Kreisbahn übernommen. Der Zweite weltkrieg ging auch an den Städte nicht spurlos vorbei, dennoch schaffte es die BOGESTRA sogar 1944 noch, die meisten Linien zu betreiben. Nach weiteren, schwereren Bombenangriffen im selben Jahr konnte die BOGESTRA nur noch einen provisorischen Betrieb gewährleisten. Zwischen 1945 und 1950 wurden wieder alle Strecken instandgesetzt und vollständig befahrbar. Zu diesem Zeitpunkt betrieb die BOGESTRA 27 Linien. In den 1950er und 1960er gab es viel Gemeinschaftsverkehr mit der Vestischen Straßenbahn sowie die 1954 neu gegründete Essener Verkehrs-AG (EVAG). In den 1970er gab es erneute Streckeneröffnungen sowie die Verlegung der Straßenbahn in den Untergrund. In Bochum hat man, wie in vielen anderen Großstädten an Rhein und Ruhr, mit dem Bau der Stadtbahn begonnen oder zumindest Bauvorleistungen angelegt. Auch in Gelsenkirchen wurde die Straßenbahn innerstädtisch unterirdisch verlegt, dies geschah aber erst 1984. Am 1. Januar 1980 wurde der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr von den an Rhein und Ruhr liegenden Kommunen und Verkehrsbetrieben gegründet wodurch sich für alle Bus- und Bahnlinien eine Änderung des Liniennummernsystems ergab. Aus ein- und zweistelligen Liniennumern wurden dreistellige Liniennummern und doppelte Liniennummern gehörten somit der Vergangenheit an.

heutige Linien Bearbeiten

von den einst 28 Linien, die es in den 1930er und 1940er gab, sind in den 2000er Jahren nur noch sieben Linien übrgigeblieben. Viele Linien wurden eingestellt bzw. durch Omnibusverkehr ersetzt. Im Jahr 2012 verkehren folgende Linien in Bochum und Gelsenkirchen:

Linie Strecke
107 Essen-Bredeney – Essen Hbf – Katernberg – Gelsenkirchen Hbf
301 Gelsenkirchen-Horst – Buer – Erle – Gelsenkirchen Hbf
302 Gelsenkirchen-Buer – Gelsenkirchen Hbf – Bochum Hbf – Bochum-Laer
306 Bochum Hbf – Hamme – Wanne-Eickel Hbf
308 Bochum-Gerthe – Bochum Hbf – Weitmar – Linden – Hattingen
310 Höntrop – Bochum Hbf – Witten Rathaus – Heven
318 Bochum-Gerthe – Bochum Hbf – Weitmar – Linden – Hattingen

Linienchronik Bearbeiten

siehe Straßenbahn Bochum-Gelsenkirchen/Linienchronik